Autobiographie

Spieleentwicklung früher und heute

In den vergangenen Jahren haben viele Spiele-Klassiker aus den 1980er Jahren als Internet-Spiele wieder eine große Verbreitung im Internet gefunden. War es über viele Jahre hinweg nur noch über einen Emulator möglich, die spielerischen Schätze der Commodore und Atari-Computer jener Zeiten noch einmal zu erleben, so hat sich mittlerweile der Browser in Zusammenhang mit dem Flashplayer als gute Plattform etabliert, ein kurzweiliges Spiel zu wagen ohne dabei neue Software auf dem PC installieren zu müssen. Dabei lässt sich der Entwicklungsaufwand eines solchen Flash-Remakes früherer Spieler kaum mehr vergleichen mit der Entwicklung der damaligen Originale. Mit der Scriptsprache Actionscript 2.0 steht dem modernen Entwickler eine vollkommen objektorientierte und strukturierte Programmiersprache zur Verfügung. Auch in den 1980er Jahren konnten schon strukturierte Hochsprachen der Programmierung genutzt werden, doch die schwache Arbeitsleistung der damaligen 8-Bit Mikroprozessoren machten es unmöglich, auf diesem Wege Computerspiele mit schnellen Bewegungen zu programmieren.

Es musste ein anderer Weg gefunden werden und dieser lag in der höchst unkomfortablen direkten Programmierung des Mikroprozessors in Assembler. Der Flashplayer stellt für heutige Internetspiele Symbole zur Verfügung, die praktisch als Spielfiguren animiert und über den Bildschirm bewegt werden können. Diese können digitalisierte Filmanimationen enthalten oder innerhalb der Flash-Entwicklungsumgebung gezeichnet und als Pfade animiert werden. Manche Computer der 8-Bit Generation nutzten die sogenannten „Sprites“, mit denen ähnliche Effekte erzielt werden konnten. Auf vielen Computern der damaligen Zeit, wie zum Beispiel dem Sinclair Spectrum oder den Amstand/Schneider Computern, stand aber auch diese Option nicht zur Verfügung, was zur Folge hatte, dass jede Spielfigur in die mehr oder weniger hochauflösende Grafik Pixel für Pixel programmgesteuert eingefügt werden musste, was natürlich nur bedingt zu flott bewegten Spielhandlungen führte. Vielen Spieleentwicklern der damaligen Zeit fällt es heute schwer, die moderneren Techniken zur Entwicklung von Internet Spielen zu nutzen. Ob jedoch auch ein Programmierer, der mit diesen neuen Möglichkeiten herangewachsen ist in der Lage wäre, ein 8-Bit Computerspiel in Assembler zu entwickeln und dabei Spielfiguren in eine hochauflösende Grafik zu pixeln, wird wohl kaum mehr zu beantworten sein: Denn wer würde dies heute schon ausprobieren wollen?

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© 2001 - 2008 Andreas Mettler