
Und schmeckt dir der Kuchen, Max?
Ja, Friedrich.
Das freut mich, daß dir der Kuchen schmeckt, Max.
Das freut mich auch Friedrich, denn ich esse ihn ja.
Ja, du hast recht, Max. Das habe ich mir vorhin auch schon überlegt.
Dann haben wir also beide dasselbe gedacht, Friedrich?
Ja, Max.
Das ist lustig, Friedrich.
Ja, Max.
Gell, Friedrich.
Gell, Max.
Ja, Friedrich.
Hast du den Kuchen schon aufgegessen, Max?
Ich weiß nicht, Friedrich.
Du kannst es selbst sehr leicht feststellen, ob du den Kuchen aufgegessen hast.
Achso, Friedrich. Dann werde ich es sogleich tuen.
Und Max?
Moment, ich bin noch nicht fertig mit dem Feststellen, Friedrich.
Dann warte ich noch ein wenig, Max.
Ja, Friedrich. Ich werde mich auch ganz doll beeilen.
Tu das, Max. Dann müssen wir beide nicht so lange warten.
Nein, Friedrich. Ich werde überhaupt nicht warten müssen, weil ich ja die ganze Zeit beschäftigt sein werde mit dem Feststellen.
Das habe ich noch nicht so betrachtet, Max.
Aber ich glaube, ich habe recht, Friedrich.
Das glaube ich auch, Max.
Trotzdem möchte ich mich mit dem Feststellen beeilen. Nur dir zuliebe, Friedrich.
Das ist sehr freundlich von dir, Max.
Oh, keine Ursache, Friedrich.
Doch doch, ich finde es wirklich sehr fair von dir Max.
Ja, Friedrich.
Und, wie weit bist du, Max.
Schon sehr weit. Ich habe bereits sehr viel festgestellt.
Das ist sehr fortschrittlich, Max.
Ja, Friedrich.
Warte mal, Max. Ich habe eine Idee. Wir sollten Wetten abschließen, was das Ergebnis deiner Feststellungen sein wird.
Ja, das ist eine sehr gute Idee, Friedrich.
Das meine ich auch, Max.´
Du hast öfters sehr gute Ideen, Friedrich.
Ich danke Dir, Max.
Bitte, Friedrich.
Wir sind heute sehr höflich zueinander, meinst du nicht auch, Max?
Da müßte ich nachdenken darüber.
Nein, dann laß nur, Max. Wir sollten lieber wetten, wer nachher recht hat.
Auf fein, Friedrich.
Ich wette, daß ich nachher recht habe.
Ja Friedrich. Und ich wette, daß ich nachher recht habe.
Au Max, das ist ein feines Spiel. Laß uns an die Hände fassen, um zu tanzen.
Ja, Friedrich, das ist sehr heiter.
Kannst du meine Hände sehen, Max? Sie sind hier drüben.
Ich glaube, ich fasse sie schon an.
Das glaube ich kaum, Max. Sonst wären wir schon am Tanzen.
Du hast recht Friedrich. Ich glaube, ich habe deine Hände verfehlt.
Wollen wir es noch einmal versuchen, Max?
Ja, Friedrich.
Hast du meine Hände erwischt?
Ich weiß nicht, Friedrich.
Dochdoch, ich habe das Gefühl, daß du eben meine Hände erwischt hast.
Dann haben wir auch schon getanzt?
Ich bin mir ziemlich sicher, Max.
Das war sicher schön, Friedrich.
Freilich, Max.
Was für ein heiterer Tag, Friedrich.
Was für eine schöne Lampe, Max.
Ja, Friedrich.
Jaja, Max.
Du, Friedrich...
Ja, Max?
Ich glaube, ich habe ein vorläufiges Ergebnis bezüglich des Kuchens.
Au wirklich, Max?
Ja, Friedrich.
Ich bin ja so gespannt, Max!
Das bin ich auch, Friedrich.
Das glaube ich nicht, Max. Du hast doch das Ergebnis schon.
Ja Friedrich, aber ich habe es ja noch nicht ausgesprochen. Das ist bestimmt etwas ganz besonderes, dieses Ergebnis auszusprechen.
Das könnte sein, Max.
Vielleicht sollte ich es besser noch nicht aussprechen.
Warum, Max?
Danach wissen wir doch wieder den ganzen Tag nicht, was wir machen sollen. Und wenn ich es jetzt nicht ausspreche, dann freuen wir uns wenigstens noch eine Weile auf das Ergebnis.
Du hast recht, Max.
Ja, Friedrich.
Aber ich bin so gespannt. Ich weiß nicht, ob ich es bis zum Ende des Tages aushalte, ohne das Ergebnis zu wissen.
Und, was meinst du, Friedrich? Was sollen wir jetzt tun?
Ach, ich weiß auch nicht, Max.
Alles ist so schrecklich kompliziert.
Ja, Max. Es ist einfach zu viel los auf der Welt.
Wir werden niemals Lösungen finden, Friedrich.
Wir sollten heute lieber früh ins Bett gehen, Max. Was gehen uns die Probleme dieser Welt an...
Ja, Friedrich.
Spielen wir noch "Was schenkt mir?"
Ja, Friedrich.
Was schenkt mir der vorderste Kieselstein auf dem Hof des Kindergartens?
Einen Kieselstein.
Du bist dran, Max.
Was schenkt mir die Schraube, die den Griff der Klospülung des zweiten Klos von links im Kindergarten-Kloraum zusammenhält?
Eine Schraube.
Was schenkt mir der vorderste Rostpunkt des Schlüsselloches der Kindergartentüre?
Eine Unterhose aus Haaren gestrickt.
Du bist dran, Max.
Du bist dran, Max.
Schläfst du schon, Max?
Ja, Friedrich.
© 1997 Andreas Mettler