Andreas Mettler
Jeder Mensch ist anders. Außer mir.
Startseite News Kontakt Facebook Impressum Datenschutz
Menu anzeigenMenu anzeigen
Facebook Twitter YouTube Instagram

Haustiere

Eine Ziege ist eine Ziege...
Eine Ziege ist eine Ziege...

„Du bist Single und lebst in einem eigenen Haus. Wieso hast Du eigentlich keine Haustiere?“ – Eine Frage, die ich all zu oft höre.

Dabei ist es gar nicht so praktisch, als Single ein Haustier zu halten. Denn das Tier ist allein, sobald man das Haus verlässt. Natürlich könnte man den Nachbarn einen Schlüssel überlassen und darauf hoffen, dass das geliebte Tier nicht nur Futter, sondern auch etwas Zuneigung bekommt, aber dem Tier bleibt in solchen Zeiten nichts anderes übrig, als sich mit sich selbst (oder der Tapete oder den Möbeln) zu beschäftigen, was für den menschlichen Mitbewohner nach seiner Rückkehr zu manch kurioser Überraschung führen kann. Wenn man nicht als Single, sondern im Verbund einer Familie lebt, dann ist es schon ein bisschen einfacher, die Pflege eines Tieres untereinander aufzuteilen. Aber wenn man eine Familie hat, braucht man eigentlich auch kein Haustier mehr.

Katze
Sie war der Boss!
Ich hatte einmal ein Haustier. Ein kleiner Tiger namens „Tami“. Spielen bedeutete bei ihr, dass Blut fließen musste und ihre Nächte waren von der Leidenschaft bestimmt, meine Füße unter der Bettdecke zu jagen. Au! Katzen sehen für den Menschen ja ganz niedlich und kuschelig aus, aber das weiß die Katze ja selbst nicht. Die hält sich immer noch für ein Raubtier und hat keine Minderwertigkeitsgefühle, nur weil sie etwas kleiner ist als ein Löwe oder ein Tiger. Der Mensch hält die vermeintliche Zärtlichkeit einer Katze für Zuneigung, für die Katze ist das nichts weiter als ein Service der Massage und Fellpflege. Außerdem sind Katzen unter ihrem Fell gar nicht so niedlich. Schaut Euch einmal eine Nacktkatze an! Die kommt offenbar direkt aus der Hölle.

Ich liebe Ziegen. Diese sprunghafte Agilität und das herzhafte Wegschlabbern von Futter aus meiner Hand bringt mich immer wieder dazu, mich im Streichelzoo unter die 4-jährigen Mädchen zu mischen und Ziegen zu füttern. Wenn mein Vorrat an Futter verbraucht ist, wird an meiner Jacke weitergeknabbert. Das ist lustig und hinterher stinke ich drei Wochen lang nach Ziege. Riecht aber gar nicht so schlecht. Eigentlich verfüge ich über das ausreichende Grundstück, mir ein paar Zwergziegen zuzulegen. Hatte ich auch schon immer vor. Aber einen Zaun und einen Stall bauen oder bauen lassen? Das kann noch einige Zeit dauern, bis ich so etwas ernsthaft in Angriff nehme.

Ein Hund
Hunde sind Schleimer...
Eigentlich wäre ein Hund für mich der perfekte Begleiter. Ich streife ja bekanntlich gerne durch die Wälder des Sauerlands und einen Hund kann man überall hin mitnehmen. Außer vielleicht ins Hallenbad, in die Konzerthalle, ins Kino, zum Bowling, in den Supermarkt oder an andere Orte, wo ich meine Freizeit verbringe. Genau genommen kann man den Hund praktisch nur zum Wandern mitnehmen. Man muss dann auch gleich drei mal am Tag wandern gehen. Das ist schon ein bisschen viel. Das Problem mit Hunden ist: Eigentlich habe ich Angst vor Hunden. Im Gegensatz zu früher aber nur noch eigentlich. Mit ein paar Hunden habe ich schon Freundschaft geschlossen und ich lasse mich dann gerne auf die Illusion ein, wenn mir die Hunde zu verstehen geben, ich sei der Allerbeste und Allertollste. Das höre ich von meinen Mitmenschen nicht ganz so häufig. Aber wenn mir mitten im Wald ein fremder Hund begegnet, dann kneife ich mir in die Fingerkuppen und hoffe, dass ich lebend daran vorbei komme. Manchmal gibt es vor der Begegnung auch noch eine Abzweigung, die ich natürlich schon immer vorgehabt hatte, zu gehen. Ich habe schon große Fortschritte mit meiner Hundephobie gemacht: Als Teenager noch konnten mich Dackel auf Bäume jagen. Je kleiner der Hund, desto schlimmer.

Vor rund 25 Jahren lebte ich einmal mit einem Zwergkaninchen und einem Meerschwein zusammen. Das waren auch nicht gerade Streicheltiere, die sich eine tiefe Bindung mit dem Menschen herbeigesehnt hätten. Genau genommen waren sie froh, wenn man sie in Ruhe ließ. Die Meersau war nicht stubenrein, das Zwergkaninchen musste regelmäßig die Zähne gestutzt bekommen, sonst wäre es verhungert.

Ah, ja. Ich hatte auch einmal ein Aquarium mit Fischen. Das stand ursprünglich in meinem letzten Internetcafé und ich hatte nach dessen Schließung mit nach Hause genommen. Fische sind überhaupt die grausamsten Monster. Ein aquarianischer Mitbewohner muss nur ein wenig kränkeln und schon wird er von seinen Artgenossen angeknabbert bis nichts Lebensfähiges mehr von ihm übrig ist. Ich hatte dem Aquarium auch einen Wels gegönnt, der die Aufgabe hatte, die Scheiben zu putzen. Tat er aber nicht, er blieb einfach mit seinem Maul an der Innenwand einer Plastikburg kleben, was ihm offensichtlich über Jahre hinweg zum Überleben genügte. Nachdem alle anderen Fische schon das Zeitliche gesegnet hatten und ich mit dem Rückbau des Aquariums begann, klebte der alte Meister immer noch in seiner Burg. Ich hatte ihn seit Jahren nicht gesehen.

Mit Haustieren zusammen zu leben, ist also immer recht unbefriedigend. Ich bin gespannt welches Tier ich mir als nächstes zulege.

geschrieben 2014 von Andreas Mettler. Veröffentlicht: 01.03.2014

Mehr aus den Knoten meiner Gedanken:

Karaoke
Über Wärmflaschen und Fertigsuppen
Unsterblichkeit