Andreas Mettler
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Globaler Unsinn

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Dieser dumme Donald Trump. Jetzt führt er Strafzölle auf Motorräder und Jeans ein. Und auf meine geliebte Erdnussbutter. Vor zwei Jahren haben wir noch gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP demonstriert. Doch jetzt erledigt sich der Freihandel von ganz alleine. In Europa gab es schon vorher stolze Zölle auf US-Produkte. Das ist keine Erfindung vom dummen Trump.

Global und gleichgeschaltet

Freihandel ist genial. Fantastisch für eine Hand voll großer Weltkonzerne. Nestlé für Alle! Weniger Freihandel ist vielleicht sogar eine Chance. Das sagt der Ketzer in mir. Eine Chance für kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Waren wieder erfolgreich lokal verkaufen können. Das schafft mehr Vielfalt und ist vielleicht auch ökologisch sinnvoller, als irgendwelche Lebensmittel einmal um den halben Globus zu transportieren. Man stelle ich vor, es gäbe in unterschiedlichen Ländern auch wieder unterschiedliche Produkte. Diese Vielfalt würde mich hoffnungslos überfordern.

Klein und sympathisch

Ich lebe im Dorf Madfeld. Hier leben Madfelder. Rechtlich gesehen sind wir aber Briloner. Aber kein Madfelder würde sich jemals so bezeichnen. Die Identifikation liegt im Kleinen. Kleine Strukturen haben Charme. Und sie müssen nicht immer zu Konflikten führen. Die letzten Schnadekriege mit den Nachbardörfern von Madfeld liegen schon ein paar Jahrhunderte zurück.

Ein stolzer Europäer?

Europa ist ein Kontinent. Die EU ist nur eine Idee von vielen, wie Europa sein könnte. Und keine besonders demokratische. Die Politik wird von der EU-Kommission gemacht, die ich nicht wählen kann. Und dann wird jedes Gesetz formell abgenickt vom EU-Parlament. Das Europäische Parlament darf ich übrigens wählen. Warum ist das eigentlich nicht umgekehrt? Es wird schon ein paar gute Gründe dafür geben, dass der Wähler genau dort nichts zu suchen hat, wo die Politik gemacht wird. Auf das abstrakte Konstrukt der EU bin ich ungefähr so stolz wie auf unsere Großkonzerne. Wie soll ich mich mit einem solchen Riesen identifizieren, dem ich nicht mal ins Gesicht schauen kann?

Eine Chance?

Ja, vielleicht wird in Zukunft weniger Freihandel betrieben. Ja, vielleicht besinnen sich die Länder wieder auf ihre Grenzen und ihre eigene Identität. Aber vielleicht ist das ja gerade auch eine Chance. Neulich habe ich mit meinen Freunden einen kleinen Film gedreht. Das war ein lustiger Nachmittag und das Ergebnis war... einzigartig. Darauf bin ich stolz. Kleine Strukturen bringen mehr Vielfalt als die globale Gleichmacherei. Alles, was zu groß wird, führt zur Einfalt. Schaut Euch die Filme an, die in den letzten Jahren aus Hollywood gekommen sind. Schaut Euch die Programme der politischen Parteien an, die ihre „Wahlen in der Mitte gewinnen“ wollen.

Nehmt Euch Zeit für Projekte, mit denen Ihr Euch identifizieren könnt. Und bitte: Werdet nicht all zu groß damit.

geschrieben 2018 von Andreas Mettler. Veröffentlicht: 09.08.2018

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